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Das Problem der Kanuten - und mit den Kanuten

Freizeit und Erholung - wer möchte das nicht? Geld verdienen - wer möchte das nicht? Deshalb boomt der gewerbliche Kanutourismus. Jeder kann fahren wo er will, ein eigenes Boot ist überflüssig. Jeder kann Kanuverleiher werden, eine Ausbildung braucht er dafür nicht. Auch kein großes Kapital, nur genügend Wasser, auf dem die Boote fahren können. Einige Flüsse sind bereits so überlaufen, dass das Kanufahren keine Freude mehr bereitet. Andere wurden von den Behörden aus Gründen des Naturschutzes gesperrt. Beides führt zu einer Verdrängungsbewegung auf bislang wenig befahrene Gewässer.

Auf großen Flüssen ist das Kanufahren im allgemeinen kein Problem. Auf den kleinen aber schon. In den Flachwasserzonen befinden sich Laichplätze von Bachforellen, Äschen, Neunaugen und Barben. Insbesondere während der Fortpflanzungszeiten gefährden Störungen und Grundkontakte die Bestände. Es geht aber nicht nur um die Fische. Zahlreiche Rote-Liste-Arten wie Eisvogel, Wasseramsel oder flutender Hahnenfuß sind noch in vielen Strecken heimisch. Erfahrungen, was der Kanutourismus anrichten kann, liegen bereits vor.

Trotzdem haben die Behörden einem gewerblichen Unternehmen die Befahrung der Bega bis Ende 2010 erlaubt - gegen das Votum zweier Landschaftsbeiräte. Die Hegegemeinschaft wendet sich energisch gegen eine Übernutzung der lippischen Gewässer. Ihre Forderungen hat sie schon 2007 in einem Grundsatzpapier festgehalten, nämlich eine an biologischen Fakten orientierte Regelung nach dem "Hessischen Modell". Auch der Lippische Heimatbund hat klar Position bezogen.

Eine Wirkung des gewerblichen Kanutourismus ist erst in jüngster Vergangenheit deutlich geworden: Durch die Internetwerbung der Firmen werden zunehmend Individualtouristen angelockt, die sich - anders als die Bootsverleiher - an keine Einschränkung hinsichtlich Wasserstand oder Jahreszeit halten müssen.